Wer einen Preis vergibt, tut gut daran, das Vorleben des potenziellen Preisträgers zu recherchieren. Zu peinlich war es, als vor einiger Zeit aufflog, was ein deutscher Nobelpreisträger während der Nazizeit getrieben hatte. Am 16. Februar wurde F. W. Bernstein mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet, und man kann die Risikofreude der Preisstifter nur bewundern: Herrn Bernstein sucht man im Berliner Telefonbuch vergebens. Dort taucht nur der Name seines Alter Ego, Fritz Weigle, auf. Wir haben es mit einer gespaltenen Persönlichkeit zu tun.
Erfreulicherweise hat F. W. Bernstein seine Probleme nie zu verbergen versucht, sondern sie vielmehr mit schonungsloser Offe ...