Nach 35 Jahren Einigungsprozess und konkreten Erfahrungen mit der bundesdeutschen Gesellschaft, deren Teil sie sind, wird zunehmend mehr Ostdeutschen bewusst, dass die notwendige Auseinandersetzung mit der vergangenen DDR bis heute unter der Dominanz des «aufnehmenden» Systems erfolgt. Der Preis des einigermassen abgesicherten «Ankommens» im nunmehr vereinten Deutschland bestand in der Unmöglichkeit, die DDR-eigene Geschichte selbständig zu buchstabieren und für das kollektive Gedächtnis bereitzustellen.
Martin Weskott in der Bücherburg in Katl ...