Weltwoche: Herr Ruch, ist das Bürgenstock-Treffen ohne Russland eine Friedenskonferenz oder eine Propagandabühne für die Russland-Gegner?
Jean-Daniel Ruch: Es kann auch eine Möglichkeit sein für den Westen, seine Haltung zu definieren. In diesem Krieg stehen wir an einer Kreuzung. Militärisch hat Russland die Oberhand, die Ukraine ist in der Defensive. Es gibt nun zwei Wege. Weg eins: Wie Nato-Generalsekretär Stoltenberg gestern gesagt hat in Bulgarien – Eskalation, Ziele in Russland angreifen. Das hat heftige Reaktionen ausgelöst, etwa in Italien. Das westliche Lager ist mit sich uneins. Den zweiten Weg vertreten China und Brasilien. Nennen wir ihn den Deeskalationspla ...