Miles Davis ist der Picasso des Jazz. Anders als bei Musikern, die ihr Leben lang den Stil fortentwickelten, den sie einmal in ihrer Jugend gefunden hatten, war jede neue Formation von Miles eine veritable Premiere, auch wenn einige mäkelten, die Veränderungen hätten eher sein Umfeld betroffen als sein Spiel. Nur machen im Jazz (mehr noch als beim Theater) die Partner den König, und so ist die Geschichte des charismatischen Trompeters eine Folge von wechselnden Aggregatszuständen seiner Bands: von den Quintettaufnahmen mit Charlie Parker zum «Birth of the Cool»-Orchester zum klassischen Quintett mit John Coltrane zur Kooperation mit dem grossen Orchester von Gil Evans («Sketches of ...