Gemeinhin merkt man nicht, dass man altert. Erst wenn man frühere und aktuelle Fotos nebeneinander stellt, beobachtet man seltsame Veränderungen. So geht es oft auch mit gesellschaftlichen Veränderungen; sie sind so langsam und alltäglich, und man gewöhnt sich so rasch an sie, dass man oft einen Soziologen braucht, um sie zu bemerken.
So war während Jahrhunderten die Vorstellung, Sexualität sei etwas Geheimnisvolles, eine Binsenwahrheit. Im Christentum galt der Sex als etwas Gefährliches, das unterdrückt und kontrolliert werden musste. In der Psychoanalyse wurden die Vorzeichen zwar umgekehrt, aber die These blieb: Der «Trieb» ist eine dunkle Kraft, die in der Verdrängung noch Un ...