Natanz, eine öde Stadt mit 40 000 Einwohnern, drei Autostunden südlich von Teheran, hat als aufregendste Attraktion neben den Predigten in der Freitagsmoschee bloss einen Basar zu bieten – und auch das lediglich ein Mal pro Woche. Doch so dröge der Flecken Natanz auch wirken mag: Wegen seiner Atomanlage steht er im Zentrum eines der brisantesten internationalen Konflikte. Iranische Revolutionsgarden schützen die umstrittene Nuklearfabrik mit russischer Fliegerabwehr. Und die sensiblen Teile des Werkes sind, sicher ist sicher, unterirdisch angelegt.
Die Nuklearanlage ist ein Projekt von höchster nationaler Priorität. In naher Zukunft will Teheran einen Teil des Strombedarfs mit Atomk ...