Kunst als Lebenshilfe, Orientierungshilfe in einer immer unüberschaubarer werdenden Welt, eine Art Wesentlichkeitstraining in der allenthalben um sich greifenden Beliebigkeit: Fromme Sprüche dieser Art werden überall vorgebracht, wo sich Kultur unter Rechtfertigungszwang befindet. Also fast überall, wo’s um die Frage geht, ob und unter welchen Voraussetzungen ihre staatliche Unterstützung notwendig sei. Tatsächlich ist es eine Weile her, dass der Idealismus in der Kunst ein Instrument zur Erziehung des Menschengeschlechts sah. Die Kunst hat sich autonomisiert und atomisiert. Das grosse Ganze ist nicht mehr in Sicht. Gefragt sind Ausschliesslichkeit, scharfe Einschränkung des Blickwi ...