Der Bluff liegt in der Natur des genialischen Geigenspiels. Paganinis Kunst wurde zum Mythos, Jascha Heifetz machte den Zauber im 20. Jahrhundert sichtbar. Mutter, Fischer, Garrett & Co. eifern den beiden fleissig nach, wollen in den berühmten Sälen bejubelt werden. Wer aber das stille Glück hat, Chiara Banchini zuhören zu dürfen, merkt, dass der Geigenklang auch ehrlich sein kann.
Die 1946 in Lugano geborene Musikerin ist eine Pionierin der historischen Aufführungspraxis und beschäftigte sich schon in den siebziger Jahren mit den Originalinstrumenten. Da sich diese Geigerin aber radikal vom romantisierenden Barockspiel verabschiedete, blieb sie in der Spezialistenecke hängen. Ba ...