Schon ein wenig merkwürdig, wenn man als Gast im berühmten Zürcher Restaurant «Kronenhalle» die Toilette aufsucht und vor dem Waschbecken einen älteren Herrn trifft, der bis auf seine Handschuhe nackt ist (insofern das Adjektiv «nackt» auf einen über und über tätowierten Menschen anwendbar ist). Genau dies widerfährt einem braven Zürcher Banker in John Irvings neuem Roman «Until I Find You», und es macht die Szene nicht weniger rätselhaft, dass neben dem älteren ein jüngerer, bekleideter Herr steht und in holprigem Deutsch versichert: «Ich passe auf ihn auf.»
Typisch John Irving. Der amerikanische Erfolgsschriftsteller, 63, ist seit seinen Anfängen ein Arrangeur bizarre ...