Wer den Schriftsteller Rafael Chirbes um einen Artikel oder ein Interview bittet – zuletzt tat dies die Weltwoche nach den Terroranschlägen von Madrid –, hat einen gesprächsbereiten, etwas gehetzt wirkenden Mann am Telefon, der mit freundlicher Stimme und gedrängter Diktion vom Verlust aller Illusionen, von mangelnden gesamtgesellschaftlichen Projekten, vom alles durchdringenden, alles banalisierenden Triumph des Kapitalismus spricht. Der 1949 geborene spanische Autor ist ein linker Radikalpessimist, dessen ohnehin düster grundiertes Werk mit dem soeben auf Deutsch erschienenen «Alte Freunde» jede Hoffnung fahren lässt. Und zwar endgültig.
Das Buch erzählt, wie sich dreissig ...