Hier ist «Josefine, die Sängerin». So heisst Franz Kafkas letzte Erzählung, eine hintersinnige Parabel über das Verhältnis der Künstlerin zur Gesellschaft, in diesem Fall zum «Volk der Mäuse». Josefine ist eine Maus, und erst die Erwartung des Publikums macht ihr Piepsen zur Kunst. Sie ist dessen Spiegel und umgekehrt.
Die in Schweden geborene Josefine Cronholm, die in Dänemark lebt und in ihrer Heimat so richtig erst seit kurzem wahrgenommen wird (ganz zu schweigen von unseren entfernten Zonen), eignet sich eher schlecht für weitere Kafka-Analogien. Sie ist eine stille, unprätentiöse, introvertierte Song-Poetin jenseits jeglicher (auch improvisatorischer) Artistik. Das Gegente ...