Einst, in den Tiefen der fünfziger Jahre, nannte man das «Third Stream», den dritten Strom. In dem, meinten seine Erfinder, sollten in einer Art Synthese abendländische Kunstmusik und Jazz, E und U, zusammenfliessen. John Lewis war einer seiner Promotoren, der feinsinnige Piano-Tüftler des Modern Jazz Quartet, oder Gunther Schuller, eine Art Gross-Enzyklopädist des Jazz. Aber auch Charles Mingus dazu, in einigen seiner Kraft-Akte, und letztlich waren schon Duke Ellingtons Suiten Teil des Trends. Third Stream war, dies vor allem, eine todernste Angelegenheit: der Versuch, dem Jazz mit kompositorisch komplexer Ambitioniertheit den Schweissgeruch seiner Herkunft zu desodorieren, ihn salon ...