Zu den schwer ausrottbaren Klischees über die Kunst gehört, dass sie eine unteilbare Angelegenheit sei. «Wenn du’s nicht lebst, kommt’s nicht raus aus deinem Horn», wird Charlie Parker zitiert, und der hatte sich ja auch schlackenlos verbrannt in seiner Kunst. Allein, es gibt andere Lebensentwürfe als die des tragisch-romantischen Kunst-Existenzialisten. Denken wir uns aus der Schweizer Literatur alle weg, denen das Schreiben ein Zweitberuf war (oder die neben ihrer Berufung noch einen Zweitberuf ausübten), alle Lehrer, Ärzte, Journalisten, Architekten, Buchhändler, Lektoren, was weiss ich – es stünde wenig in den Regalen. Oft machen Musiker, die ihren Lebensunterhalt sonst wi ...