Vor hundert Jahren wurde Carl Spitteler mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Der Versuch seiner literarischen Wiederentdeckung scheitert. Die offiziellen Feiern erfolgen unter Ausschluss der Westschweiz – und seiner Aussagen zur Neutralität.
Mit mehr Aufwand als für Gottfried Kellers 200. Geburtstag feiert die Schweiz in diesem Jahr ihren einzigen Literaturnobelpreis. Verdanken wir ihn der Neutralität? Carl Spitteler bekam die Auszeichnung für sein Epos «Olympischer Frühling». Ausschlaggebend war seine Rede «Unser Schweizer Standpunkt», die er für die Neue Helvetische Gesellschaft (NHG)am Anfang des Ersten Weltkriegs gehalten hatte. Damals bedrohten die «Stimmungsgegensätze» den Zusammenhalt der Schweiz: Die Deutschschweiz sympathisierte mit den Deutschen, die Welschen hielten es mit Frankreich. Spittelers Rede ist zweifellos der wichtigste Beitrag, den ein Intell ...
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