Die Fechterin Valentina Vezzali tänzelte nervös auf der Planche in der Arena Leipzig, und Dottor Cesare Boria, ihr privater Arzt, der unten in der Menge sass, versuchte, sich vorzustellen, was hinter ihrer Maske vorging. Die Zeit zerrann. Das Publikum feuerte seinen Liebling Anja Müller mit rhythmischem Händeklatschen an. Die Deutsche führte im Final der Florett-Weltmeisterschaft mit 9 zu 7 Treffern. Noch 90 Sekunden. Valentina Vezzali wird auch «il cobra» (die Giftschlange ist männlich im Italienischen) genannt, weil sie aus lauernder Apathie heraus plötzlich zusticht in diesem ritualisierten Zweikampf, der eigentlich tödlich wäre, wenn nicht die vergitterten Kopfhelme, die reiss ...