Anfang der dreissiger Jahre entbrannte unter sowjetischen Funktionären ein Streit über die Ausgestaltung ideologisch korrekter Unterhaltung. Die einen empfanden die reichlich plumpen Nummern-Abende in den russischen «Mjuzik-cholly» (Music-Halls) als «klassenfremd» und forderten Ballettvorführungen von «Frühjahrssaat-, Frühjahrsernte-, Herbstsaat- und Herbsterntekampagnen in folgerichtiger kalendarischer Abfolge». Die andern mochten den Arbeitern eine Zerstreuung gönnen – und sahen darin keinen Widerspruch zur Parteidoktrin: «Der gesellschaftliche Wert», schrieb ein Publizist, «besteht darin, dass man sich – nach dem erfrischenden Rhythmus der Trompeten, Saxofone und Tromm ...