Es gibt Stimmen, die haben ein so verführerisches Timbre, einen ganz eigenen, magischen Sound, dass wir nur mit grosser Anstrengung erkennen, wenn sie einen Blödsinn erzählen. Nicht, dass dies auf Tomasz Stanko zuträfe. Der polnische Trompeter (geb. 1942), einer der Pioniere einer eigenständigen europäischen Form der freien Improvisation, ist mit zunehmendem Alter im Gegenteil ein Essenzialist und Existenzialist, ein Meister des Wesentlichen, der seine ganze Persönlichkeit im dunklen Klang seines Horns konzentriert. Er liebt krud angeraute Ränder und Growls, gelegentlich wild ausbrechende Glissandi; wie bei vielen grossen Jazzmusikern ist in seinem Spiel das Wie so wichtig wie das Wa ...