Einen knorrigeren, eigenwilligeren und widersprüchlicheren Bundesrat als den letzte Woche verstorbenen Otto Stich (SP) gab es in den letzten Jahrzehnten nicht. Er mischte sich, sphinx- artig lächelnd, überall ein, schonte niemanden und konnte selbst nicht die leiseste Kritik ertragen. Hermetisch eingepuppt durch seine treue Beraterschar um Oswald Sigg und Jean-Noël Rey, den er später dreist zum Postchef beförderte, machte er seine eigene Meinung zur unverrückbaren Wahrheit. Das kam einige Male gut heraus, oft arbeitete er sich ins Verderben.
Geradezu tragisch war, wie er, zusammen mit seiner Vertrauten Elisabeth Baumann, in den 90er Jahren versuchte, das Debakel der ihm anvertrauten ...