Der Schriftsteller Charles Lewinsky hat vor drei Jahren ein grossartiges Buch veröffentlicht: «Melnitz», die Saga einer jüdischen Familie in der Schweiz über die letzten zwei Jahrhunderte. Leider findet sich in diesem faszinierenden Werk eine zentrale Passage, die überdreht und unglaubwürdig wirkt. Wir schreiben das Jahr 1893, im Wirtshaus «Guggenheim» ist eine grosse Debatte angesagt über die erste Volksinitiative der Schweiz, die das betäubungslose Schächten verbieten will. Pinchas Pomeranz, unser Romanheld, ist aus Zürich ins aargauische Endingen gereist, um die Vorzüge des rituellen jüdischen Schlachtens zu erklären. Doch die Debatte findet nie statt.
Der Städter Pincha ...