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Der türkische Präsident Erdogan hat die Europäer da, wo Türken sie am liebsten sehen: in der Rolle devoter Bittsteller. Doch sein Triumph ist hohl.
Er war schon damals einer der bekanntesten ­Politiker der Türkei, aber auf den Beobachter wirkte Recep Tayyip Erdogan ungelenk, fast schüchtern. «Seine Augen sind eigentlich viel zu offen für jemanden, der im Haifischbecken türkischer Politik überleben will», notierte der Autor dieser Zeilen nach seiner ersten Begegnung mit dem Mann, der die Metropole Istanbul als Bürgermeister erfolgreich geführt hatte und gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war, wo er vier Monate wegen «Volksverhetzung» abgesessen hatte. Das war Ende 1999, und weil Erdogan jede politische Betätigung verboten worden war, schien seine Karriere beendet zu sein, bevor sie richtig begonnen hatte. Schüchter ...
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