Bei Roger Federer in Wimbledon war der Fall klar. 4:6, 7:5, 6:3, 6:4. Es war ein «historischer Sieg» (Aargauer Zeitung). Es war «sein süssester Sieg» (Tages-Anzeiger).
Der Sportjournalismus unterscheidet sich von anderen Mediengenres durch seinen Âengen Realitätsbezug. Er lässt kaum Raum für Interpretationen. Ein Sieg oder eine NiederÂlage können zwar historisch oder bedeutungslos, süss oder bitter sein, aber sie bleiben Âimmer ein Sieg oder eine Niederlage. Sportjournalismus, wenngleich oft emotionell aufgeladen, ist letztlich immer faktengerecht.
In Politik und Wirtschaft hingegen dominiert die diffuse Deutungsmacht. Komplexe Materien und Prozesse müssen von den MeÂdien vers ...