Es sollte der Transfer des Jahrzehnts werden. Im Frühjahr 1788 versuchte der preussische Minister Friedrich Anton von Heynitz den Schweizer Maler Anton Graff vom sächsischen Hof in Dresden abzuwerben. Er bot ihm ein jährliches Gehalt von 1200 Talern an – mehr als doppelt so viel, wie Graff in Leipzig verdiente. Der umworbene Künstler lehnte ab: Zu sehr schätzte er die Freiheiten, die er in Dresden genoss. In Berlin hätte er für jede grössere Reise eine Bewilligung des Königs einholen müssen. Die Reisefreiheit war für ihn wichtig: Dank ihr konnte Graff Aufträge von Königshäusern und Privatleuten aus ganz Europa annehmen, und dank ihr blieb ihm die Möglichkeit, jederzeit in se ...