In der Kunst kann einer alles, vorausgesetzt, er kann es. Der Satz klingt wie Unsinn, ist aber keiner. Was hat uns die sogenannte world music nicht an unverbindlichem Gesäusel beschert, an akustischen Tapeten auf den Lehmwänden des globalen Krals, Klänge, die wie parfümierte Räucherschwaden durchs Gemüt ziehen. Dabei wäre ja gegen das Wort nichts einzuwenden. Weshalb soll, wenn der Begriff «Weltliteratur» keinen stört, aus Musik, die grundsätzlich sprachliche Grenzen überfliegt, nicht «Weltmusik» werden (ein Begriff, den der deutsche Musikwissenschaftler Georg Capellen immerhin schon 1906 einführte – in einer Zeit, bei dem wir eher an wilhelminisches Tschingderassa denken, t ...