Wer während längerer Zeit regelmässig über Kunst schreibt, ertappt sich dabei, dass ihm gewisse Formulierungen mit unangenehmer Penetranz im Kopf rumschwirren und unbedingt in den Text wollen. «Hierarchien auf den Kopf stellen», «Vertrautes umwerten», «kulturelle Kodierungen oder Klischees aufbrechen» sind solche Begriffspaketchen. Da sie sich auf praktisch jede nur erdenkliche Position anwenden lassen, sind sie mit grösster Vorsicht einzusetzen. Welcher Leser, welche Leserin möchte schon mit entleerten Floskeln abgespeist werden?
Im Fall von Pierre Bismuth kommen die guten Vorsätze für einmal arg ins Wanken: Was er tut, das lässt sich beim besten Willen nicht anders beschreib ...