Eine Stimme zu Russlands Wahlen. Am Telefon spreche ich mit einem befreundeten Russen, nennen wir ihn Vassili, Immobilienhändler, Mitte dreissig, hoch urban, erfolgreich, sein Grossvater war ein bedeutender Funktionär der Kommunisten in Moskau. Ja, es habe Manipulationen gegeben bei den Parlamentswahlen, sagt er, doch die erschummelten Prozente seien geringfügig. Mindestens 55 Prozent der Stimmen habe Putin legal erreicht, über den Rest könne man streiten. Ob er besorgt sei über den im Westen diagnostizierten Abbau der Demokratie in seinem Land? «Überhaupt nicht», erwiderte der Russe, der in einer Schweizer Firma arbeitet. Er finde es beachtlich, wie sich Russland, das erst seit 17 ...