Wo hört die Realität auf, wo beginnt der Mythos? Schwer zu sagen, vor allem im Wallis. Lötschbergtunnel hin, Fremdenboom her, hier warten noch immer die im Eis gefangenen armen Seelen auf ihren jüngsten Tag, ist die Erinnerung an den Tag wach, als sich der Tod aus dem Fass befreien konnte und die Mühseligen und Beladenen wieder sterben durften. Die Winzerin Marie-Thérèse Chappaz kann ein Lied davon singen (vom Mythos, nicht vom Tod). Einmal, weil ihr Onkel, der Dichter Maurice Chappaz, der mythische Sänger des Wallis war, ein grosser Konservativer, der seiner Zeit und ihrem Tanz ums Goldene Kalb die Leviten las («Testament du Haut-Rhône»). Dann, weil sie, praktisch und visionär z ...