Autoraser ziehen eine enorme öffentliche Empörung auf sich. Zu Recht. Beinahe unbeachtet gedeiht in ihrem Schatten ein kleines Sekundärraubtier. Die Rede ist von der Spezies des gemeinen Velorasers. Ampeln ignoriert dieser prinzipiell, wenn er durch die Stadt jagt. Um Verbotsschilder foutiert er sich. Und immer häufiger sucht er Trottoirs heim. Ob Kindergärtler, werdende Mutter oder Grossvater am Gehstock, niemand ist vor ihm sicher.
Dabei verstehen Velofahrer sich als Opfer. Als die Fragilen unter den Verkehrsteilnehmern. Eindrücklich performieren sie Betroffenheit, wenn sich vor einem Rotlicht ein Stau bildet und ein Wagen zu weit rechts steht, so dass sie von hinten nicht aufrücke ...