In der «Colonia Dignidad» in den chilenischen Voranden baute sich der deutsche Sektenprediger Paul Schäfer ab 1961 eine Welt ganz nach seinem Willen. Seine Schöpfung war auch eine sprachliche, die Dignidad entwickelte ihr eigenes Exildeutsch mit stark frömmelndem Einschlag. Das Wort «Fleischespest» etwa zielte gegen die Familie: Indem Schäfer, ein Pädophiler homosexueller Ausrichtung, das Zusammensein von Mann und Frau als Sündenquell geisselte, konnte er sich selber umso wirkungsvoller als «tio permanente» empfehlen – als «Dauer-Onkel» der Koloniekinder. Alle anderen Verwandtschaftsbezeichnungen schaffte er ab. Einzig «heiliger Vater» war ebenfalls zulässig. Für ihn selb ...