Was sind die entscheidenden Positionen der Politikerin Margaret Thatcher (1925–2013)? Sie finden sich gebündelt in ihrem Buch «Staatskunst», das vor exakt elf Jahren herauskam. Dieses rund 500 Seiten umfassende, hochinteressante und in seiner Klarheit unverwüstliche Werk liefert eine Summe ihres Denkens, angewandten «Thatcherismus», wenn man so will, wobei sich die Schreibende stets gegen diesen Ausdruck verwahrte. Sie sprach lieber von «gesundem Menschenverstand».
Thatcher, das macht das Buch deutlich, war keine Ideologin. Hier unterliegen ihre Kritiker einem Irrtum. Was sie «Thatcherismus» nennen, ist kein abgehobenes Gedankengebäude, sondern praktisch, empirisch und bodens ...