Es stimmt nicht mal für Rotwein, dass er je älter, desto besser wird. Geschweige denn für einen Musiker. Es sei denn, der heisse Ahmad Jamal, geboren 1930 (!) als Fritz Jones und mit seinem Trio in den fünfziger, sechziger Jahren so erfolgreich, dass ihn viele Hardcore-Jazzfans als eine Art sublimierten Barpianisten belächelten. Nicht so Miles Davis, der die Sparsamkeit und die Dynamik bewunderte, mit der Jamal und sein Trio fast das gesamte «Great American Songbook» neu interpretierten, die Standards in einen ganz eigenen Groove einbanden. Dabei überliess der Pianist oft weitgehend seinen Partnern die Führung, um diese mit unverhofft eingeworfenen Blocks und aufrauschenden Arpe ...