Manchmal steckt im Klischee auch die Wahrheit. Franco Ambrosetti, der Tessiner Trompeter, heisst in jedem zweiten Beitrag über ihn «der Grandseigneur des europäischen Jazz». In sozusagen jedem wird auf seine Doppelexistenz als Jazzmusiker und als Unternehmer hingewiesen, meist mit säuerlichem Unterton, weil für die Jazzpolizei nicht sein kann, was nicht sein darf. In jedem dritten Artikel über Franco Ambrosetti wird ein Statement von Miles Davis aus einem Interview über die Grenzen weisser Jazztrompeter zitiert. Eine Ausnahme gebe es, am Berliner Jazzfestival habe er, Miles, Ambrosetti gehört: «He can play his ass off. If I was picking a t ...