Der Beginn des Lucerne Festival ist seit Jahren ein Abschied, steht doch dann jeweils Claudio Abbado, 77, auf dem Podium. Und nicht nur das mulmig-zauberhafte Gefühl, ein «letztes» Konzert dieses Dirigenten zu hören, erinnert an ein Lebewohl. Nein, der Italiener verkörpert wie kein Zweiter eine schwindende Dirigenten-Ära: jene der Stardirigenten.
Nach den letzten Vertretern jener goldenen Jahre – Lorin Maazel, 80, Zubin Mehta, 74, James Levine, 67, Seiji Ozawa, 75, Daniel Barenboim (68) und Riccardo Muti, 69, – sucht man 2010 im Luzerner Programm vergeblich. Vielleicht ist das kein Zufall, denn der Maestro ist ein Produkt von gestern, will nicht mehr zu Michael Haefligers moderne ...