Tinder ist tot, dachte ich, seit Monaten, vielleicht Jahren schon. Tinder ist eine Dating-App, ein Cäsar-Spiel – Rechtswisch top, Linkswisch Flop. Sie existiert seit 2012, aber ihr Reiz war weg, bis Corona gekommen ist und mit dem Virus das Social Distancing. «Stay at home» verschiebt Flirts zwangsläufig in virtuelle Sphären.
Doppelt, wenn nicht dreimal so viele Tinder-Treffer hätten sie derzeit, berichten stadtbekannte Könige des Online-Datings. «Tinder brennt», melden sie, «vor allem Frauen – probier’s.» Ich beginne, die Bildkartei zu durchforsten, zur Primetime, am Sonntagabend, weil jede und jeder die Woche po ...