Klugheit und Steifheit, Eloquenz und Verkrampfung halten sich die Waage: Adolf Muschg hat mit seinem neuen Buch «Das gefangene Lächeln» eine Erzählung geschrieben, die durch das unterlegte psychologische Szenario auf Anhieb einleuchtet, aber in der Durchführung etwas fade wirkt. Wie immer ist der Stoff zu Adolf Muschgs Geschichte nicht eine Insel im Meer seiner übrigen Erfindungen, sondern verbunden mit dem Festland des bisherigen Werkes.
Vor mehr als zwanzig Jahren hat der Germanist und Schriftsteller zwei bedeutende Beiträge geschrieben, die mit der neuen Erzählung korrespondieren: In den «Frankfurter Vorlesungen. Literatur als Therapie?» (1981) bringt er das Verhältnis von Psyc ...