Wenige hatten mehr Einblick in menschliche Abgründe als der kürzlich verstorbene Publizist Peter Holenstein. Er traf sich mit Kindermördern, Babyquälern, löste ungeklärte Mordfälle. Und als langjähriger Kenner des Strafvollzugs konstatierte er eine «Therapiegläubigkeit der Justiz», die geradezu «religiöse Züge» angenommen habe. Nicht mehr «Strafe, Schuld und Sühne» stünden bei den Gerichten im Vordergrund, so der erfolgreiche Buchautor, sondern die von der «Therapie-Industrie» vorgegaukelte Illusion, «für jeden Delinquenten die punktgenaue Therapie zu haben».
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