Es gab eine Zeit, da zwischen Amateuren und Profis, damals noch Liebhaber und Kenner genannt, kaum unterschieden wurde. Das galt vor allem für das weite Feld der sogenannten Hausmusik für zehn Finger. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen sich die Fronten zu verschieben. Die Zeit, da begabte Dilettantinnen mit Berufsmusikern wetteiferten, ging zu Ende. Fortan wartete der Salon auf ihre empfindsamen Offenbarungen.
Wohl der Letzte, der mit seinen Kreationen fürs Klavier diese Kluft zu überspielen wusste, war Joseph Haydn. Das musste er in der Folge bitter büssen. Die Virtuosen mieden ihn, da er zu wenig Futter für genialische Exzesse bot. Die Wissenschaftler schoben seine «häusliche ...