Nicht die «Uli»-Trilogie ist mir das liebste Romanwerk von Jeremias Gotthelf. Sondern «Die Käserei in der Vehfreude», seine bissigste Satire. Die Bauern eines Dorfes beschliessen, statt eines Schulhauses eine Käserei zu bauen. Was folgt, sind kraftvoll geschilderte Personen mitsamt ihren wirtschaftlichen Grundlagen. Den Bauern gelang es im 19. Jahrhundert, durch Innovation, Marktprinzipien und Arbeitseinsatz die Ernährung einer rasch wachsenden Bevölkerung sicherzustellen. Dies war ihre der industriellen Revolution ebenbürtige, heute viel zu wenig gewürdigte Leistung.
Die Milch- und Käsewirtschaft bedeutete auch einen Akt der demokratischen Emanzipation des Landvolkes von der ...