Die USA sind ein Land der musikalischen Kontraste. Hier der einsame Pionier Charles Ives, der radikale Umstürzler John Cage, die Phalanx der Minimalisten. Dort jene, die der verlorenen Romantik nicht nur nachtrauern, sondern sie wiederzubeleben suchen. Alle diese Widersprüche vereinigte Leonard Bernstein in sich. Heute, vierzehn Jahre nach seinem Tod, ist zu fragen: Was hat Bestand? Nur die leichten Bühnenhits à la «West Side Story»? Und die seriösen, meist geistlichen Werke, in die er sich mit so heiliger Inbrunst gestürzt hatte? Zwei zentrale Schöpfungen aus den sechziger Jahren stellt Leonard Slatkin mit BBC-Kräften nun zur Diskussion: die 3. Sinfonie «Kaddish» und die «Chich ...