Sie war noch keine 35 Jahre alt, da hatte sie schon zwei Haftstrafen verbüsst, eine wegen falscher Zeugenaussage, die andere wegen Beihilfe zur Abtreibung einer Leibesfrucht. Eine Nacht hatte sie im Gefängnis von Sitten verbracht, weil sie bei einem ihrer Vorträge Schriften über Empfängnisverhütung aufgelegt hatte. Sie selbst war Mutter von zwei Töchtern, geschieden, und es hiess, sie habe wechselnde Liebhaber. Landesweit bekannt wurde sie als erste Arbeitersekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Bei ihrer Wahl war sie 23 Jahre alt und studierte an der Universität Bern Jurisprudenz und Volkswirtschaft. Die 1882 geborene Margarethe Hardegger war so etwas wie die Rosa Luxe ...