Etwas an der Art und Weise, wie Imre Kertész seinen jüngsten Roman aufgebaut hat, erinnert an ein Spiegelkabinett: Da ist der Autor, der das Buch verfasst hat, da ist der Verlagslektor Keserü, der erzählt, und da ist der Schriftsteller Bé, um den sich die ganze Geschichte dreht. Aber da ist im Roman drin auch noch ein Theaterstück, und dieses Stück, geschrieben von Bé, handelt seinerseits von Keserü, und Keserü wiederum berichtet, worum es in dem Stück geht, das er nach Bés Selbstmord in dessen Nachlass gefunden hat. Kertész’ Roman und Bés Stück tragen den gleichen Titel: «Liquidation». Und so werden die Grenzen zwischen Fiktion und Realität fliessend, die vertraute Unter ...