Die Tat von James Holmes, der in einem amerikanischen Kino zwölf Menschen ermordet und Dutzende verletzt hat, ist für uns nicht nachvollziehbar. Über die Hintergründe und Motive können wir nur spekulieren. Die Vorgeschichte des 24-Jährigen irritiert zutiefst: Wie ist ein junger, scheinbar anständiger Mann aus bestem Hause zu einer solchen Wahnsinnstat fähig? Lieber hätten wir einen Attentäter, der dem Klischee des Bösewichts entspricht: gewalttätige Vergangenheit, schwierige soziale Verhältnisse, finsterer Blick. Holmes kann dies nicht bieten. Seine Professoren lobten ihn, zu seinen Kommilitonen war er freundlich, und sein Studium war erfolgversprechend. Die bekannten Alarmzeich ...