Triumph des schlechten Geschmacks
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Triumph des schlechten Geschmacks
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Triumph des schlechten Geschmacks

In der Kunstwelt werden für depressive Gemälde, Fäkal-Installationen und eingelegte Tierkadaver Millionen von Franken ausgegeben. Und der Medienkonzern Ringier bezahlt einen Künstler dafür, seinen Geschäftsbericht auf Toilettenpapier zu drucken. Wie kommt das?
1961 bot der italienische Künstler Piero Manzoni 90 Konservendosen zum Verkauf an. Sie waren gefüllt mit je 30 Gramm seiner Exkremente. In vier Sprachen war der Inhalt auf den Dosen angeschrieben: «Künstlerscheisse». Der Preis richtete sich nach jenem des Goldes: 33.60 Dollar kosteten damals 30 Gramm des glänzenden Edelmetalls, den gleichen Betrag verlangte Manzoni für die Dosen. Manzoni nahm damit die Kunstszene auf die Schippe, in der alles zu Geld gemacht werden könne, was nur die Unterschrift eines Künstlers trage. Zu seinem eigenen Erstaunen fand er tatsächlich Käufer. Wie viele Dosen er 1961 konkret absetzte, ist nicht überliefert; heute jedenfalls sind sie eine äusserst b ...
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