Er kam in einem kleinen kirgisischen Steppendorf zur Welt und starb als Grossschriftsteller. Mit neun Jahren verlor er während einer stalinistischen Säuberungswelle seinen Vater; im Krieg musste er den Dorfbewohnern die «schwarzen Briefe» mit den Todesanzeigen der gefallenen Frontkämpfer austeilen. Er wurde ein auch in der Sowjetunion gefeierter, mit dem Lenin-Preis ausgezeichneter Autor, der besonders mit der Liebesgeschichte «Dshamilja» Weltruhm erlangte, sich in seinem Spätwerk aber wieder auf das Überbringen düsterer Botschaften besann: Er geisselte in Romanen und Reden Naturzerstörung, Technikwahn, Massenkultur, Globalisierung und die US-Demokratie. Noch 2005 rechtfertigte er ...