Wenn ein Israeli, der in London lebt, eine CD «musiK» nennt – K wie Klang, Kontrapunkt und Kammerton –, ist das schon fast, wie wenn Barenboim in Jerusalem Wagner dirigiert. Und was sollen wir davon halten, wenn die auch nicht assoziationsfreie «Lili Marleen» als Nr. 7 dieser Scheibe in einer nahöstlich polyrhythmischen Bauchtanz-Version daherkommt?
Auf der vorletzten CD dieses Exilanten (sie hiess, versteht sich, «EXILE») findet sich «Al-Quds», die arabische Interpretation eines israelischen Stücks, das seinerzeit eine Hymne des 67er Kriegs war: gesungen von der Palästinenserin Reem Kelani. Gilad Atzmon liebt noch ganz andere Provokationen. Seine Musik («musiK») ist immer ...