Einer der verlässlichsten Führer durch den für Schweizer noch immer eher exotischen stillen Ozean der deutschen Weine ist Stephan Reinhardt. Seine Navigationshilfen publiziert er als Nachfolger des berühmten David Schildknecht bei Parkers Wine Advocate. Ein Mann des richtigen Augenmasses oder unbestechlichen Geschmackssensoriums, erstarrt er nicht vor Ehrfurcht angesichts sogenannt Erster oder Grosser Lagen – oder andersrum: Er scheut sich nicht, gelegentlich auch nominell kleinere Kreszenzen zu feiern. Über den knochentrockenen 2015er Riesling von Boris Kranz aus Ilbesheim in der südlichen Pfalz schrieb er: «[. . .] sehr klar, tief und rauchig in der Nase, mit einem wunderb ...