Es mag erstaunen, wie viele Parlamentarier vom Amt eines Bundesrates träumen und diesem Ziel alles unterordnen – zuallererst die eigene Überzeugung. Für Schweizer Karrierepolitiker bedeutet eine Wahl in die oberste Landesbehörde noch immer das höchste aller Gefühle. Wahrscheinlich deshalb, weil sie nicht wissen, was sie dort erwartet: ein Kollegialsystem mit unkollegialen Kollegen, eine hyperkritische Bundesversammlung, eine Horde übelwollender Journalisten, misstrauische Chefbeamte in einer selbstbewussten Verwaltung. Obendrein eine skeptische Öffentlichkeit, die zwischen der Sache und der Person immer weniger unterscheidet. Wie navigieren die sieben Bundesräte durch solch ...