Eine Nackte, unansprechbar in ihre Morgentoilette vertieft, im Hintergrund zerknautschte Bettlaken, am Boden ein Tablett mit den Resten des Frühstücks: Die Szene, die der 42-jährige Pierre Bonnard im Spiegel beobachtet und festgehalten hat, erzählt von lieben Gewohnheiten, und obwohl der Maler nirgends zu entdecken ist, ist er doch Teil der intimen Situation, deren Spannung nicht auf Erotik basiert, sondern auf Vertrautheit und Nähe. Immer wieder hat Pierre Bonnard (1867–1947) seine Lebensgefährtin Marthe gemalt – im Badezimmer, im Schlafzimmer, am Frühstückstisch oder im Garten.
«Effet de glace», so heisst das Bild, gehört zu den Sammlungsbeständen der Villa Flora in Winter ...