Clermont, 27. November 1095. Papst Urban II. bringt in flammenden Worten die Idee einer bewaffneten Wallfahrt vor: Jerusalem, in heidnische Hände geraten, muss befreit werden! Und die Menge schreit in Ekstase: Deus lo volt — Gott will es! So beginnen die Kreuzzüge, die der Historiker Michael Salewski «das Zentralereignis des hohen Mittelalters» nennt. Dass in dieser Kriegsunternehmung des christlichen Abendlandes «heiliger Eifer mit Habgier und blanker Mordlust sich paarte», ist ein Gemeinplatz des Geschichtsunterrichts.
Kein Ruhmesblatt für Europa. Doch da auch die islamische Welt dem heiligen Krieg ausgiebig frönte, darf man von einem religio-ideologischen Gleichgewicht des Schre ...