In der Welt der Kunsttheorie, zumal in der Literaturwissenschaft, herrschte lange das Tabu, zwischen Kunst und Biografie einen direkten Zusammenhang zu postulieren (bei der Literatur zumindest war das gewiss auch die Gegenbewegung zum Biografismus des 19. Jh.). Allein, wie sollten wir die körperliche Befindlichkeit eines Lichtenberg oder eines Toulouse-Lautrec, ja des kleinwüchsigen Gottfried Keller aus der Betrachtung ihrer Kunst wegeskamotieren? Oder die Glasknochenkrankheit, unter der der französische Pianist Michel Petrucciani litt und der er letztendlich, gerade mal 37 Jahre alt, 1999 erlag? Petrucciani war ein Besessener.
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