Mag sein, dass dem Mannheimer Gerichtsvorsitzenden Michael Seidling ein salomonisches Verdikt vorschwebte, als er letzte Woche den Freispruch von Wettermoderator Jörg Kachelmann erläuterte. Über drei Seiten – rund die Hälfte der schriftlichen Begründung – liess sich der Richter vorweg über rücksichtslose Journalisten und unqualifizierte Kommentare im Internet aus. Nachdem auch noch der ÂVerteidiger sein Fett abbekommen hatte, kam Seidling ins Philosophieren: «Bedenken Sie, wenn Sie künftig über den Fall reden oder Âberichten, dass Herr Kachelmann möglicherweise die Tat nicht begangen hat [. . .], aber auch umgekehrt, dass Frau X. möglicherweise Opfer einer schweren Stra ...